Siegfried, Act II, Scene 2, I, Wir sind zur Stelle!-Gerhard Stolzemp3下载无损flac下载
Siegfried, Act II, Scene 2, I, Wir sind zur Stelle!-Gerhard Stolze在线试听免费歌词下载
[00:32.523]Wir sind zur Stelle:
[00:34.814]bleib hier stehn!
[00:38.969]Hier soll ich das Fürchten lernen?
[00:58.469]Fern hast du mich geleitet:
[01:01.841]eine volle Nacht im Walde
[01:06.389]selbander wanderten wir.
[01:10.633]Nun sollst du, Mime,
[01:11.667]mich meiden!
[01:13.422]Lern’ ich hier nicht,
[01:14.423]was ich lernen soll,
[01:15.609]allein zieh’ ich dann weiter:
[01:18.347]dich endlich wird’ ich da los!
[01:21.635]Glaube, Liebster,
[01:23.271]lernst du heut’
[01:24.366]und hier das Fürchten nicht,
[01:26.744]an andrem Ort,
[01:28.755]zu andrer Zeit
[01:29.848]schwerlich erfährst du’s je. –
[01:35.215]Siehst du dort
[01:37.178]den dunklen Höhlenschlund?
[01:40.845]Darin wohnt
[01:42.716]ein greulich wilder Wurm:
[01:47.409]unmaßen grimmig
[01:48.636]ist er und groß;
[01:50.442]ein schrecklicher Rachen
[01:52.209]reißt sich ihm auf;
[01:53.605]mit Haut und Haar
[01:56.550]auf einen Happ
[01:58.125]verschlingt der Schlimme dich wohl.
[02:02.885]Gut ist’s, den Schlund ihm zu schließen:
[02:07.729]drum biet’ ich mich nicht dem Gebiß
[02:10.649]Giftig gießt sich
[02:12.615]ein Geifer ihm aus:
[02:15.201]wen mit des Speichels
[02:16.771]Schweiß er bespeit,
[02:18.184]dem schwinden wohl Fleisch und Gebein.
[02:21.129]Daß des Geifers Gift mich nicht sehre,
[02:25.853]weich’ ich zur Seite dem Wurm
[02:28.443]Ein Schlangenschweif
[02:31.172]schlägt sich ihm auf:
[02:32.947]wen er damit umschlingt
[02:35.961]und fest umschließt,
[02:37.417]dem brechen die Glieder wie Glas.
[02:41.521]Vor des Schweifes Schwang mich zu wahren,
[02:45.527]halt’ ich denArgen im Aug’. –
[02:50.999]Doch heiße mich das:
[02:55.192]hat der Wurm ein Herz?
[02:57.551]Ein grimmiges, hartes Herz!
[03:01.021]Das sitzt ihm doch,
[03:02.138]wo es jedem schlägt,
[03:03.465]trag’ es Mann oder Tier?
[03:04.994]Gewiß, Knabe,
[03:06.039]da führt’s auch der Wurm;
[03:07.340]jetzt kommt dir das Fürchten wohl an?
[03:10.150]Notung stoß’ ich
[03:13.462]dem Stolzen ins Herz!
[03:15.283]Soll das etwa Fürchten heißen?
[03:21.037]He, du Alter!
[03:23.122]Ist das alles,
[03:24.258]was deine List
[03:25.356]mich lehren kann?
[03:26.652]Fahr’ deines Wegs dann weiter;
[03:28.961]das Fürchten lern’ ich hier nicht.
[03:32.516]Wart’es nur ab!
[03:34.109]Was ich dir sage,
[03:35.796]dünke dich tauber Schall:
[03:37.650]ihn selber mußt du
[03:39.473]hören und sehn,
[03:40.755]die Sinne vergehn dir dann schon!
[03:44.646]Wenn dein Blick verschwimmt,
[03:46.062]der Boden dir schwankt,
[03:48.020]im Busen bang
[03:50.669]dein Herz erbebt: –
[03:55.907]dann dankst du mir, der dich führte,
[04:00.671]gedenkst, wie Mime dich liebt.
[04:06.226]Du sollst mich nicht lieben!
[04:09.650]Sagt’ ich dir’s nicht?
[04:11.111]Fort aus denAugen mir.
[04:12.562]Laß mich allein:
[04:13.881]sonst halt’ ich’s hier länger nicht aus,
[04:16.117]fängst du von Liebe gar an!
[04:21.214]Das eklige Nicken
[04:22.670]und Augenzwicken,
[04:24.606]wann endlich soll ich’s
[04:26.414]nicht mehr sehn,
[04:27.040]wann wird’ ich den Albernen los?
[04:29.549]Ich lass’ dich schon.
[04:31.997]Am Quell dort lagr’ ich mich;
[04:36.432]steh’ du nur hier;
[04:39.283]steigt dann die Sonne zur Höh’,
[04:42.408]merk’ auf den Wurm:
[04:46.189]aus der Höhle wälzt er sich her,
[04:51.263]hier vorbei
[04:53.268]biegt er dann,
[04:55.251]am Brunnen sich zu tränken.
[04:59.673]Mime, weilst du am Quell,
[05:02.951]dahin lass’ ich den Wurm wohl gehn:
[05:05.727]Notung stoß’ ich
[05:07.459]ihm erst in die Nieren,
[05:08.776]wenn er dich selbst dort
[05:12.479]mit weggesoffen!
[05:14.145]Darum, hör’ meinen Rat,
[05:15.883]raste nicht dort am Quell:
[05:17.908]kehre dich weg,
[05:19.462]so weit du kannst,
[05:20.096]und komm’ nie mehr zu mir!
[05:22.735]Nach freislichem Streit
[05:26.694]dich zu erfrischen,
[05:30.613]wirst du mir wohl nicht wehren?
[05:35.790]Rufe mich auch,
[05:38.446]darbst du des Rates –
[05:42.898]oder wenn dir das Fürchten gefällt.
[05:51.143]Fafner und Siegfried –
[05:54.396]Siegfried und Fafner: –
[05:57.584]oh, brächten beide sich um!